Sunbird bietet Android-Nutzern wieder Zugang zu iMessage: Nach fast drei Jahren ist die neu aufgebaute App im Google Play Store verfügbar. Sie ermöglicht blaue Nachrichtenblasen sowie iMessage-Funktionen wie Reaktionen und den Versand hochwertiger Videos. Der Neustart folgt auf die Abschaltung im Jahr 2023, als erhebliche Sicherheitslücken bekannt geworden waren. Sunbird erklärt, die damaligen Schwachstellen beseitigt und seine Infrastruktur überarbeitet zu haben. Die Installation ist kostenlos; nach einer 14-tägigen Testphase kostet der Dienst 2,99 US-Dollar im Monat oder 24 US-Dollar im Jahr.
- Sunbird ist nach fast drei Jahren wieder im Google Play Store erhältlich.
- Die App verbindet Android-Geräte über Sunbirds Infrastruktur mit Apples iMessage.
- 2023 wurde der Dienst wegen Sicherheitsproblemen eingestellt.
- Ein Abonnement kostet 2,99 US-Dollar monatlich oder 24 US-Dollar jährlich.
RCS hat Sunbirds ursprüngliches Problem verkleinert
Sunbird setzt bei einem Unterschied an, der trotz der inzwischen verbesserten Kommunikation zwischen Android und iPhone geblieben ist: Nachrichten von Android-Geräten erscheinen in Apples Nachrichten-App weiterhin in grünen statt blauen Sprechblasen.
Als Sunbird 2023 zunächst angeboten wurde, war die technische Kluft zwischen den Plattformen größer. Apple führte 2024 Unterstützung für Rich Communication Services, kurz RCS, ein. Der Mobilfunkstandard ermöglicht bei plattformübergreifenden Chats unter anderem Tippanzeigen, Lesebestätigungen und Medien in hoher Auflösung.
Damit ist Sunbirds Nutzen heute enger gefasst: Für viele alltägliche Chats liefert RCS bereits zentrale Komfortfunktionen, während Sunbird vor allem eine vollständigere Einbindung in iMessage und die blauen Nachrichtenblasen verspricht.
Probleme können laut den Berichten weiterhin in iMessage-Gruppenchats auftreten, etwa bei Reaktionen und Antworten. Für Nutzer, die regelmäßig in solchen Gruppen kommunizieren, könnte eine bessere Integration deshalb wichtiger sein als die Farbe der Sprechblasen.
Die Rückkehr hängt an neuen Sicherheitsversprechen
Technisch verbindet Sunbird ein Android-Gerät mit einem entfernten Server und registriert die Verbindung über eine Apple-ID. Apples Netzwerk authentifiziert sie dabei typischerweise als Mac oder als autorisierten Hardware-Knoten. Weil Nachrichten und Zugangsdaten damit die Infrastruktur eines zusätzlichen Anbieters berühren, ist der Umgang mit diesen Daten für die Bewertung des Dienstes entscheidend.
Genau daran scheiterte der erste Anlauf. Nach der Abschaltung 2023 zeigte die Publikation 9to5Google, dass sich über Schwachstellen auf mehr als 630.000 Dateien zugreifen ließ.
Für den Neustart verspricht Sunbird ein anderes Sicherheitsmodell. Nachrichten würden bereits auf dem Smartphone verschlüsselt, über Verbindungen mit Zertifikatsbindung übertragen und auf dem Gerät mit AES-256 geschützt. Auf dem letzten Abschnitt zu einem iPhone greife Apples Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für iMessage, die Sunbird nach eigenen Angaben weder verändere noch abschwäche.
Versendete oder empfangene Medien sollen üblicherweise binnen 48 Stunden und spätestens nach 72 Stunden gelöscht werden. CEO Danny Mizrahi sagte zudem, das Passwort der Apple-ID werde einmalig zum Aufbau der Sitzung verwendet und anschließend vernichtet. Ein später nutzbares Anmelde-Token werde nicht gespeichert.
Diese Angaben sind Sicherheitszusagen des Unternehmens: Ob das neue System dauerhaft standhält, entscheidet sich in der Praxis und durch unabhängige Prüfungen.
Mizrahi zufolge hat eine unabhängige Sicherheitsfirma die überarbeitete App getestet und keine kritischen Schwachstellen gefunden. Angesichts der Vorgeschichte ist diese Prüfung ein zentraler Teil des Neustarts, ersetzt für Nutzer aber nicht die grundsätzliche Abwägung, ob sie ihre Apple-ID mit einem zusätzlichen Dienst verbinden wollen.
Weitere Messenger und KI-Funktionen sollen folgen
Sunbird kann neben iMessage auch auf Google Messages und SMS zugreifen. Im weiteren Jahresverlauf sollen WhatsApp und Facebook Messenger integriert werden. Außerdem plant das Unternehmen KI-Funktionen, die Chats zusammenfassen, Antworten formulieren oder einfache Aktionen innerhalb einer Unterhaltung ausführen können. Sunbird erklärt, die Privatsphäre der Nachrichten dabei schützen zu wollen.
Damit entwickelt sich die App von einer reinen iMessage-Brücke in Richtung einer zentralen Messenger-Oberfläche. Ob dieses breitere Angebot überzeugt, dürfte jedoch vor allem davon abhängen, ob Nutzer den neuen Sicherheitsvorkehrungen nach der Abschaltung von 2023 vertrauen.
Würden Sie für blaue iMessage-Sprechblasen und eine engere Integration Ihre Apple-ID mit Sunbird verbinden?




























