Das 83. Internationale Filmfestival von Venedig stellt sein Programm für 2026 vor. Festivaldirektor Alberto Barbera und Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco wollen bei einer für 11 Uhr Ortszeit angesetzten Präsentation die Wettbewerbsfilme und die zentralen Nebenreihen bestätigen. Die Veranstaltung in der Bibliothek des Historischen Archivs der Biennale wird über die Festivalwebsite sowie YouTube, X, TikTok und Facebook übertragen. Bereits fest stehen Danny Boyles „Ink“ als Eröffnungsfilm am 2. September und Giovanni Veronesis „Dio Ride“ als Abschluss am 12. September.
- Das Filmfestival von Venedig findet vom 2. bis 12. September 2026 statt.
- „Ink“ eröffnet das Festival als Wettbewerbsbeitrag und Weltpremiere.
- „Dio Ride“ läuft zum Abschluss außerhalb des Wettbewerbs.
- Maggie Gyllenhaal übernimmt den Vorsitz der Wettbewerbsjury.
Weniger Hollywood prägt die Erwartungen an die Auswahl
Vor der Programmvorstellung richtete sich der Blick vor allem auf die Beteiligung der großen US-Studios. Wie zuvor in Cannes wird auch in Venedig eine geringere Hollywood-Präsenz als bei früheren Ausgaben erwartet. Das schließt Filme mit Chancen in der kommenden Preissaison allerdings nicht aus.
Auch Cannes und Berlin hatten in diesem Jahr Schwierigkeiten, Produktionen großer Studios für ihre Programme zu gewinnen. Dies führte zu Spekulationen, dass die Unternehmen bei Festivalpremieren zurückhaltender werden könnten. Barbera gelang es in der Vergangenheit, sowohl Studios als auch Netflix mit prestigeträchtigen Produktionen an den Lido zu holen.
Die neue Auswahl wird deshalb auch daran gemessen werden, ob Venedig seine Rolle als Startpunkt internationaler Preisfavoriten behaupten kann.
Für das deutschsprachige Publikum ist dieser Wettbewerb um Premieren auch wegen der Berlinale relevant: Große Festivals bieten Filmen internationale Aufmerksamkeit und positionieren sie frühzeitig für weitere Auszeichnungen. Welche Produktionen Venedig auswählt, kann daher über Italien hinaus die Wahrnehmung der kommenden Kinosaison prägen.
Die Bilanz des vergangenen Festivals fiel mit Blick auf die Oscars unterschiedlich aus. Guillermo del Toros „Frankenstein“ erhielt neun Nominierungen und gewann drei Preise – für Kostümdesign, Szenenbild sowie Make-up und Hairstyling. „Bugonia“ von Yorgos Lanthimos blieb trotz dreier Nominierungen ohne Auszeichnung. „The Voice of Hind Rajab“, in Venedig mit dem Silbernen Löwen geehrt, war als bester internationaler Film nominiert, unterlag jedoch „Sentimental Value“ von Joachim Trier.
Gyllenhaal entscheidet mit ihrer Jury über den Goldenen Löwen
Im Mittelpunkt der Programmpräsentation stehen der Hauptwettbewerb und die weiteren Festivalreihen. Den Vorsitz der Wettbewerbsjury übernimmt Regisseurin und Schauspielerin Maggie Gyllenhaal. Gemeinsam mit ihren Jurymitgliedern bestimmt sie den Gewinner des Goldenen Löwen für den besten Film.
Der Jury gehören außerdem der Hongkonger Filmemacher Johnnie To, die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania, die afghanische Filmemacherin Shahrbanoo Sadat, der französische Regisseur und Drehbuchautor Xavier Giannoli, der Komponist Daniel Blumberg und der in den USA tätige italienische Filmwissenschaftler Francesco Casetti an.
George Clooney und Ellen Burstyn werden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Clooney erhält einen Ehren-Goldenen-Löwen.
„Ink“ eröffnet, „Dio Ride“ beendet das Festival
Danny Boyles „Ink“ feiert am 2. September seine Weltpremiere und tritt zugleich im Wettbewerb an. Das in den 1960er-Jahren angesiedelte biografische Drama handelt von Rupert Murdoch und dessen britischem Boulevardimperium. Guy Pearce spielt Murdoch, Jack O’Connell den „Sun“-Redakteur Larry Lamb; auch Claire Foy gehört zur Besetzung. Netflix hat die US-Rechte an dem Film erworben.
Weil „Ink“ im Wettbewerb läuft, kommt der Eröffnungsfilm für den Goldenen Löwen infrage.
Am 12. September beschließt Giovanni Veronesis „Dio Ride“ das Filmfestival von Venedig. Der historische italienische Film mit Pierfrancesco Favino läuft außerhalb des Wettbewerbs. Favino verkörpert einen Mönch im Toskana des 17. Jahrhunderts, dessen freudvoller Zugang zum Glauben auf die Feindseligkeit der Kirche stößt.
Die Einordnung außerhalb des Wettbewerbs bedeutet, dass „Dio Ride“ nicht um den Goldenen Löwen konkurriert. Seine Platzierung als Abschlussfilm gibt ihm dennoch eine hervorgehobene Position im Festivalablauf.
Welche angekündigte Venedig-Premiere interessiert Sie mehr: Danny Boyles „Ink“ oder Giovanni Veronesis „Dio Ride“?

























