Sophie Adenot ist Ingenieurin, ehemalige Testpilotin und seit Februar die zweite Französin im All. Am Dienstag setzte die 44-Jährige nun eine weitere Wegmarke: Als erste französische Astronautin verließ sie die Internationale Raumstation ISS für einen Außeneinsatz. Gemeinsam mit dem US-Astronauten Anil Menon arbeitete sie rund sechseinhalb Stunden außerhalb der Station, die sich etwa 400 Kilometer über der Erde befand. Nach Angaben der NASA ersetzten die beiden eine Antenne, über die die ISS mit dem Kontrollzentrum in Houston kommuniziert.
- Sophie Adenot ist die erste Französin, die einen Außeneinsatz an der ISS absolviert hat.
- Sie arbeitete rund sechseinhalb Stunden gemeinsam mit dem US-Astronauten Anil Menon außerhalb der Raumstation.
- Die beiden demontierten eine alte Antenne und installierten anschließend deren Ersatz.
- Adenot ist nach Samantha Cristoforetti die zweite Europäerin bei einem Weltraumaußeneinsatz.
Nach dem Verlassen der ISS meldete Adenot: „Ich bin draußen. Ich fühle mich jetzt sehr gut.“
Auf NASA-Aufnahmen waren Adenot und Menon während der Arbeiten im Gespräch zu hören. Zunächst bauten sie die bisherige Antenne ab, anschließend holten sie das Ersatzgerät und montierten es an der Station.
Der Antennentausch sichert die Verbindung nach Houston
Die ausgetauschte Technik dient der schnellen Kommunikation und Datenübertragung zwischen der Raumstation und der Missionskontrolle in Houston. Damit hatte der ISS-Außeneinsatz neben seiner symbolischen Bedeutung für Frankreich ein konkretes technisches Ziel.
Das bedeutet: Die Mission war nicht allein ein persönlicher Meilenstein für Adenot. Die Wartung der Kommunikationssysteme ist zugleich Teil des praktischen Betriebs der ISS, denn Besatzung und Bodenstation müssen Informationen und Daten austauschen können.
Bei einem Weltraumaußeneinsatz verlassen Astronautinnen und Astronauten den geschützten Innenraum der Station in Raumanzügen. Die sichtbare Arbeit außerhalb der ISS ist dabei nur ein Teil des Ablaufs. Vorbereitung, Überwachung und Unterstützung aus dem Inneren gehören ebenso zur Mission.
Die Besatzung unterstützte den Einsatz aus der ISS
Stationskommandantin Jessica Meir und Flugingenieur Jack Hathaway blieben während der Arbeiten an Bord. Nachdem sie Adenot und Menon beim Anlegen ihrer Raumanzüge geholfen hatten, überwachten sie den Außeneinsatz und bedienten einen Roboterarm zur Unterstützung der Antennenreparatur.
Adenot hatte sich mehrere Tage lang vorbereitet. Dazu gehörten die erneute Beschäftigung mit den Raumanzügen, den Werkzeugen und den Sicherheitsabläufen. Bereits bei einem vorherigen Außeneinsatz hatte sie selbst Meir und Menon aus der Station heraus unterstützt und anschließend betont, dass solche Missionen Teamarbeit seien.
Adenot ist nach der Italienerin Samantha Cristoforetti, die 2022 außerhalb der ISS arbeitete, die zweite europäische Frau mit einem Weltraumaußeneinsatz.
Macron spricht von französischem Stolz
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron würdigte Adenots Einsatz als Anlass für „französischen Stolz“. Auch weitere politische Vertreter ihres Heimatlandes äußerten sich anerkennend.
In der französischen Raumfahrtgeschichte folgt Adenot auf Claudie Haigneré, die als erste Französin ins All flog. Der letzte französische Astronaut außerhalb der ISS war Thomas Pesquet, der bei zwei Aufenthalten insgesamt sechs Außeneinsätze absolvierte.
Für Europas Raumfahrt ist Adenots Mission vor allem deshalb bedeutsam, weil sie die weiterhin internationale Arbeitsteilung an Bord der ISS sichtbar macht: Eine Französin und ein US-Amerikaner führten die Reparatur aus, während weitere Besatzungsmitglieder sie aus dem Inneren unterstützten und die Missionskontrolle am Boden eingebunden war.
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