„Einen großartigen Freund und Mitarbeiter“ habe er verloren: Mit diesen Worten hat Billy Gibbons den Tod seines langjährigen ZZ-Top-Kollegen Frank Beard bekannt gegeben. Der Schlagzeuger starb am Montag im Alter von 77 Jahren auf seiner Ranch in Richmond im US-Bundesstaat Texas, wie Bandsprecher Bob Merlis bestätigte. Beard befand sich dort in Hospizpflege; Familienmitglieder waren bei ihm. Eine Todesursache wurde zunächst nicht genannt. Beard gehörte ZZ Top seit 1969 an und prägte die Rhythmusarbeit der US-Rockband über mehr als fünf Jahrzehnte.
- Frank Beard starb mit 77 Jahren während der Hospizpflege auf seiner Ranch in Texas.
- Billy Gibbons bezeichnete ihn als innovativen Schlagzeuger und „wahren Sohn von Texas“.
- Beard spielte seit 1969 bei ZZ Top und wirkte an sämtlichen Studioalben bis „La Futura“ von 2012 mit.
- Eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
„Sein unverwechselbarer Backbeat war entscheidend dafür, ZZ an der Spitze zu halten“, schrieb Gibbons über den musikalischen Beitrag seines Bandkollegen.
In seiner Mitteilung bezog Gibbons auch den heutigen Bassisten Elwood Francis ein: Beide hätten einen engen Freund und Weggefährten verloren, die Welt zugleich einen „von Natur aus innovativsten Schlagzeuger“ und einen „großartigen und wahren Sohn von Texas“. Die Band werde weitermachen, wie Beard es sich gewünscht habe.
Beards Gesundheit hatte die laufende Tour bereits beeinflusst
ZZ Top befanden sich zum Zeitpunkt der Todesnachricht auf ihrer US-Tournee „The Big One!“. Nach Beards Tod wurden Auftritte in Sandy im Bundesstaat Utah und in Colorado Springs abgesagt. Am Wochenende will die Gruppe ihre Tour beim Austin City Limits fortsetzen. Die Band bezeichnete den Ort als eine von Beards bevorzugten Spielstätten; Austin sei für ihn zudem eine Art zweite Heimat gewesen.
Zuvor war bereits ein geplantes Konzert im Hollywood Bowl kurzfristig ausgefallen. Als Grund waren zunächst unvorhergesehene personelle Angelegenheiten genannt worden; spätere Berichte stellten einen Zusammenhang mit Beards Gesundheit her. Der Schlagzeuger hatte die Tour außerdem wegen eines nicht näher bezeichneten gesundheitlichen Problems zeitweise verlassen und war für einige Konzerte zurückgekehrt.
Für die verbleibenden Mitglieder bedeutet Beards Tod mehr als einen erneuten Personalwechsel: Nach dem Tod des Bassisten Dusty Hill im Jahr 2021 ist Gibbons nun das letzte Mitglied jener Besetzung, die den charakteristischen Klang und das öffentliche Bild von ZZ Top über Jahrzehnte bestimmte. Francis hatte Hills Platz am Bass übernommen.
Der zurückhaltende Schlagzeuger gab ZZ Top den Rhythmus
Beard wurde am 11. Juni 1949 in Frankston in Texas geboren und wuchs in Irving auf. Bevor er zu ZZ Top kam, spielte er unter anderem bei American Blues, den Warlocks, den Hustlers und den Cellar Dwellers. 1969 ersetzte er den ersten Schlagzeuger Dan Mitchell. Beard war außerdem daran beteiligt, seinen früheren Mitmusiker Dusty Hill für die Band zu gewinnen.
Obwohl er nicht zur allerersten Besetzung gehörte, war Beard bereits in der frühen Phase von ZZ Top dabei. Zwei Jahre nach seinem Einstieg erschien „ZZ Top’s First Album“, 1973 folgte mit „Tres Hombres“ der kommerzielle Durchbruch. Sein Schlagzeugspiel ist unter anderem auf „La Grange“, „Tush“, „Sharp Dressed Man“ und „Legs“ zu hören.
Während Gibbons und Hill mit ihren langen Vollbärten zum optischen Markenzeichen der Gruppe wurden, blieb ausgerechnet Beard das einzige Mitglied ohne Vollbart und trug lediglich einen Schnurrbart.
Die Band veröffentlichte 15 Studioalben, darunter das teils live und teils im Studio entstandene „Fandango!“. Nach Angaben des US-Branchenverbands RIAA verkaufte ZZ Top in den Vereinigten Staaten mehr als 25 Millionen Tonträger. Sieben Alben einschließlich zweier Hit-Sammlungen erreichten dort Platin- oder Mehrfachplatinstatus, vier weitere Goldstatus.
Beard betrachtete seinen Erfolg als Überraschung
Bei der Aufnahme von ZZ Top in die Rock and Roll Hall of Fame im Jahr 2004 zeigte sich Beard öffentlich bescheiden. Der größte Teil seines Lebens sei „eine angenehme Überraschung“ gewesen, sagte er damals – und diese Ehrung ebenfalls.
Auch für das deutsche Publikum ist seine Laufbahn eng mit der Entwicklung von ZZ Top vom schweren Bluesrock zu einem stärker von Synthesizern geprägten Sound verbunden. Die Band trat bereits in den 1970er-Jahren vereinzelt in Deutschland auf. Beards präziser Backbeat blieb dabei das verbindende Element: Er sorgte dafür, dass selbst Ausflüge in Soul oder Country unverkennbar nach ZZ Top klangen.




























