Ein geplanter BMW G-Klasse-Rivale hat offenbar die entscheidende interne Freigabe verfehlt. Das berichtet Jalopnik unter Berufung auf BMW Blog und mit dem Programm vertraute Quellen; auch Motor1 meldet, das Projekt habe die letzte Genehmigungsrunde nicht überstanden. Das intern angeblich G74 genannte, kantig gezeichnete Luxus-SUV sollte nach früheren Informationen in der zweiten Jahreshälfte 2029 auf den Markt kommen. Statt ein weiteres Spitzenmodell zu entwickeln, wolle BMW dem Bericht zufolge stärker auf eine disziplinierte Modellpalette achten. Ob das Vorhaben endgültig beendet ist oder lediglich ruht, bleibt offen.
- Das intern G74 genannte SUV-Projekt erhielt Berichten zufolge keine abschließende Freigabe.
- Der geplante Marktstart war zuvor für die zweite Jahreshälfte 2029 genannt worden.
- Das Fahrzeug sollte drei Sitzreihen, ein großes Panoramadach und Sitze an der Heckklappe erhalten.
Aus einem Vergleichsprojekt entstand ein Luxus-SUV
Nach Darstellung von BMW Blog begann das Vorhaben mit einem sogenannten Benchmarking des Rivian R1T. Bei einem solchen Prozess vergleichen Hersteller Fahrzeuge und technische Lösungen von Wettbewerbern, ohne dass daraus zwangsläufig ein serienreifes Modell entsteht.
Aus dieser Untersuchung sei zunächst ein elektrisches Konzept hervorgegangen, das technische Grundlagen mit dem neuen BMW iX3 teilen sollte. Später habe BMW die Planung auf die CLAR-Architektur verlagert, die auch dem neuen X5 zugrunde liegt. Damit wäre grundsätzlich auch ein stärker auf Verbrennungsmotoren ausgerichtetes Angebot möglich gewesen.
Beschrieben wurde der G74 als großes SUV mit drei Sitzreihen, einem weitläufigen Panoramadach und zusätzlichen Sitzmöglichkeiten an der Heckklappe. Die Gestaltung sollte sich an BMWs Neuer Klasse orientieren.
Dass das Projekt die letzte Freigaberunde offenbar nicht passierte, bedeutet vor allem: Aus einer weit entwickelten Idee wird nicht automatisch ein Serienauto.
Die Freigabe entscheidet über Milliardenprojekte und Modelllücken
Neue Fahrzeugprogramme durchlaufen bei Autoherstellern üblicherweise mehrere technische und wirtschaftliche Prüfungen. Dabei geht es unter anderem darum, ob ein Modell zur Plattformstrategie und zur bestehenden Produktpalette passt. Eine nicht erteilte Schlussfreigabe kann deshalb bedeuten, dass ein Konzept gestoppt, überarbeitet oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird.
Für BMW hätte der G74 eine neue Position im Angebot besetzt: ein eigenständiges, besonders kantiges Luxus-SUV mit deutlicher Offroad-Anmutung. Für Käufer im deutschsprachigen Raum wäre vor allem der direkte Vergleich zweier deutscher Premiummarken interessant gewesen, da das Modell ausdrücklich als Alternative zur Mercedes-Benz G-Klasse gehandelt wurde.
Sollte BMW an der Entscheidung festhalten, bliebe die G-Klasse ohne den erwarteten direkten Konkurrenten aus München.
Der BMW XM zeigt das Risiko eines ungewöhnlichen Spitzenmodells
Jalopnik verweist als Vergleich auf den BMW XM. Das eigenständige elektrifizierte SUV debütierte 2022, wurde jedoch kontrovers aufgenommen. Dem Bericht zufolge blieben die Verkäufe hinter den Erwartungen zurück; 2024 wurden deutliche Rabatte angeboten. Für 2026 soll BMW bis auf das Spitzenmodell XM Label alle Varianten einstellen.
Diese Erfahrung beweist nicht, dass ein G-Klasse-Rivale ebenfalls gescheitert wäre. Sie verdeutlicht aber das wirtschaftliche Risiko eines kostspieligen Nischenmodells, das eine neue Position innerhalb der Marke schaffen müsste. Zugleich liegt der früher genannte Marktstart 2029 noch mehrere Jahre entfernt. Eine spätere Neubewertung des Konzepts wäre daher denkbar, ist in den Berichten jedoch nicht bestätigt.
Sollte BMW einen eigenständigen G-Klasse-Konkurrenten bauen – oder sich auf X5, X7 und die bestehende Modellpalette konzentrieren? Teilen Sie Ihre Einschätzung.

























