Atari hat Universal Pictures die Rechte zur Entwicklung von Kinofilmen auf Basis von zehn klassischen Atari-Spielen eingeräumt. Zu dem Paket gehören unter anderem „Asteroids“, „Pong“, „Centipede“ und „Missile Command“. Gemeinsam mit der Produktionsfirma Entertainment 360 soll daraus groß angelegtes Action-Adventure-Kino entstehen. Ein erster konkreter Schritt ist bereits getan: Universal kaufte ein Drehbuch von Matt Reilly und Carl Hampe, das auf einer der zehn Marken beruht. Welches Spiel die Vorlage liefert, teilten die Beteiligten ebenso wenig mit wie mögliche Produktions- oder Starttermine.
- Universal kann zehn klassische Atari-Marken für Kinoprojekte entwickeln.
- Das Rechtepaket umfasst „Asteroids“, „Adventure“, „Berzerk“, „Breakout“, „Centipede“, „Crystal Castles“, „Millipede“, „Missile Command“, „Pong“ und „Yars’ Revenge“.
- Ein Drehbuch von Matt Reilly und Carl Hampe wurde bereits von Universal gekauft.
- Entertainment 360 produziert das erste Projekt mit Guymon Casady.
Zehn Atari-Spiele bilden die Grundlage für mögliche Filme
Die Vereinbarung deckt sehr unterschiedliche Spielkonzepte ab. Neben Weltraum- und Raketenmotiven finden sich im Paket etwa „Breakout“, „Crystal Castles“ und „Yars’ Revenge“. Atari und seine Partner wollen den Geist dieser Vorlagen in ein anderes Medium übertragen.
Atari-Chef Wade Rosen erklärte gegenüber Deadline, die Spiele und Welten des Unternehmens seien auch lange nach ihrer Veröffentlichung Teil der Popkultur geblieben. Die Zusammenarbeit mit Universal und Entertainment 360 solle diese Marken nun für ein neues Medium erschließen.
Der Vertrag bedeutet allerdings nicht, dass automatisch zehn Filme produziert werden.
In der Filmbranche ist der Erwerb von Entwicklungsrechten zunächst die Voraussetzung dafür, Drehbücher ausarbeiten, kreative Teams zusammenstellen und ein Projekt intern prüfen zu können. Erst weitere Entscheidungen führen zu einer tatsächlichen Produktion. Für Atari bedeutet die Vereinbarung daher vor allem, dass Universal mehrere bekannte Marken als mögliche Filmstoffe bearbeiten darf.
Ein eigenes Drehbuch gab den Anstoß zur Partnerschaft
Ausgangspunkt der Zusammenarbeit war ein unabhängig entwickeltes Drehbuch von Reilly und Hampe. Reilly war zuvor als Studio-Manager bei Universal tätig und wechselte später zum Schreiben und Produzieren. Hampe arbeitete an Drehbüchern aus den Reihen „Hellboy“ und „Jungle Cruise“. Beide sollen beim ersten Atari-Projekt auch als Produzenten mitwirken.
Guymon Casady von Entertainment 360 erklärte, die Atari-Spiele hätten den Spielern eine Welt vorgegeben und zugleich viel Raum für die eigene Vorstellung gelassen. Reilly und Hampe hätten dieses Prinzip für ein eigenständiges, groß angelegtes Abenteuer genutzt. Nach der Lektüre habe Entertainment 360 darin das Potenzial für einen Film gesehen.
Gerade weil viele der Spielvorlagen keine ausführlich erzählte Handlung vorgeben, dürfte das Drehbuch entscheidend dafür sein, wie aus Spielmechanik, Figuren und Motiven ein Kinostoff entsteht.
Das unterscheidet solche Adaptionen von Spielen, deren Handlung bereits stark ausgearbeitet ist: Universal und die Autoren erhalten mehr kreativen Spielraum, müssen aber zugleich selbst eine tragfähige Filmgeschichte entwickeln. Ob mehrere Atari-Marken in einem gemeinsamen Filmuniversum verbunden werden könnten, ist bislang nicht bekannt.
Welcher Atari-Titel zuerst ins Kino kommt, bleibt offen
Als nächster Schritt steht zunächst die weitere Entwicklung des gekauften Drehbuchs an. Universal äußerte sich nicht zu dem Deal, und die Partner nannten weder den Titel des ersten Projekts noch einen Zeitplan. Damit bleibt auch offen, ob und wann die Dreharbeiten beginnen könnten.
Dass ein Rechteerwerb allein noch keinen fertigen Film garantiert, zeigt ausgerechnet „Asteroids“: Universal hatte sich bereits 2009 Rechte für eine Adaption gesichert, ohne dass daraus anschließend ein Kinofilm entstand. Die neue, breiter angelegte Vereinbarung gibt dem Stoff nun eine weitere Möglichkeit – zusammen mit neun anderen Atari-Klassikern.
Welches der zehn Atari-Spiele eignet sich Ihrer Meinung nach am besten für einen Kinofilm – und welche Art von Geschichte sollte daraus entstehen?

























