Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind die US-Bundesbehörde, die Krankheitsausbrüche überwacht und landesweite Falldaten bündelt. Nun gibt es in dem von ihr verfolgten Cyclospora-Ausbruch erstmals gemeldete Todesfälle: Das Gesundheitsministerium von Michigan teilte am Montag mit, zwei Menschen seien im Zusammenhang mit der parasitären Darmerkrankung Cyclosporiasis gestorben. Beide hätten erhebliche Vorerkrankungen gehabt; die Infektion und der Flüssigkeitsverlust könnten diese laut Krankenakten verschlimmert haben. Die Behörde betonte zugleich, dass Cyclosporiasis gewöhnlich nicht lebensbedrohlich sei und Todesfälle in den USA selten seien. Eine eindeutige Quelle des Ausbruchs ist weiterhin nicht abschließend bestätigt.
- Michigan hat zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem laufenden Cyclospora-Ausbruch bestätigt.
- Die CDC erfasste zwischen Anfang Mai und Ende Juli 6707 laborbestätigte Infektionen sowie 423 Krankenhausaufnahmen.
- Die Lebensmittelbehörde FDA verfolgt weiterhin eine Spur zu geschnittenem Eisbergsalat aus Mexiko.
Vorerkrankungen erschweren die Bewertung der Todesfälle
Die Mitteilung aus Michigan stellt keinen eindeutigen alleinigen Zusammenhang zwischen dem Parasiten und den Todesfällen her. Nach Angaben der Behörde könnten Cyclosporiasis und Dehydration die bereits bestehenden Erkrankungen der beiden Betroffenen verschlimmert haben.
Die vorsichtige Formulierung bedeutet, dass der Ausbruch mit den Todesfällen in Verbindung gebracht wird, der Parasit aber nicht als alleinige Todesursache feststeht.
Cyclospora ist ein mikroskopischer Parasit, der den Dünndarm befällt. Die Erkrankung kann wässrigen, häufigen und teils heftigen Durchfall sowie Übelkeit und weitere Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Nach Angaben der CDC erfolgt die Übertragung gewöhnlich nicht direkt von Mensch zu Mensch, sondern über Lebensmittel oder Wasser, die mit Fäkalien verunreinigt sind. Entsprechende Ausbrüche treten besonders im späten Frühjahr und im Sommer auf.
Unterschiedliche Zählweisen führen zu abweichenden Fallzahlen
Die CDC hatte zum 28. Juli landesweit 6707 laborbestätigte Fälle registriert. Nach ihren Angaben mussten 423 Menschen im Krankenhaus behandelt werden; aus nahezu allen Bundesstaaten wurden Infektionen gemeldet.
Michigan führte zugleich 11.234 mit dem Ausbruch in Verbindung gebrachte Fälle und 193 Krankenhausaufnahmen auf. Dass die Zahl des einzelnen Bundesstaates über dem landesweiten CDC-Wert liegt, erklärt sich durch unterschiedliche Erfassungsmethoden: Die Bundesbehörde zählt in dieser Statistik nur laborbestätigte Infektionen und aktualisiert ihre Angaben wöchentlich. Michigan berücksichtigt auch noch nicht im Labor bestätigte Meldungen und veröffentlicht häufiger neue Zahlen.
Die beiden Datensätze lassen sich deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichen und ergeben zusammen keine verlässliche Gesamtsumme.
Die FDA verfolgt die Salatspur weiter
Bei der Suche nach dem Ursprung kommt der Food and Drug Administration (FDA) eine andere Rolle als der CDC zu: Während die CDC Erkrankungsdaten bündelt, untersucht die FDA mögliche Verbindungen zur Lebensmittelversorgung und verfolgt Lieferketten zurück.
Im Mittelpunkt steht geschnittener Eisbergsalat des Lieferanten Taylor Farms aus Mexiko. Mitte Juli wurde entsprechender Salat zurückgerufen; betroffen waren laut den Berichten unter anderem abgepackte Salate für Geschäfte und Ware, die in Restaurants einschließlich Taco Bell verwendet wurde.
Ein Labornachweis brachte allerdings keine Klarheit. Eine untersuchte Probe war nach Angaben von Taylor Farms zunächst positiv auf Cyclospora getestet worden, erwies sich später jedoch als falsch positiv. Das Unternehmen erklärte, die Behörde habe sich dafür entschuldigt. Rückverfolgungsuntersuchungen der FDA deuteten dennoch weiterhin auf den geschnittenen Eisbergsalat hin.
Damit bleibt die Lebensmittelspur ein wichtiger Ermittlungsansatz, aber noch kein abschließender Beweis für die Quelle aller Infektionen. Für die Praxis bedeutet das, dass Rückrufe und Lieferdaten zur Eingrenzung eines Ausbruchs beitragen können, während der konkrete Erregernachweis gesondert bewertet werden muss. Die FDA setzt ihre Untersuchungen fort und prüft zudem mindestens einen weiteren Cyclosporiasis-Ausbruch.




























