LeBron James setzt seine Karriere bei den Philadelphia 76ers fort – und verzichtet dafür auf eine mögliche neunstellige Summe. Der 41-Jährige hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben, der ihm insgesamt rund acht Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 6,95 Millionen Euro, einbringen soll. Bei einer Verlängerung nach acht Spielzeiten bei den Los Angeles Lakers hätte er rund 100 Millionen Dollar, also ungefähr 87 Millionen Euro, mehr verdienen können. Für James verschiebt sich der Schwerpunkt damit endgültig vom Gehalt auf die sportliche Bilanz: In Philadelphia will der viermalige NBA-Champion um seinen fünften Meisterring spielen.
- LeBron James erhält bei den Philadelphia 76ers für zwei Spielzeiten rund acht Millionen US-Dollar.
- Eine Verlängerung bei den Los Angeles Lakers hätte ihm rund 100 Millionen Dollar mehr einbringen können.
- James geht in seine 24. und 25. NBA-Saison – zuvor absolvierte kein Profi mehr als 22 Spielzeiten.
- Die Sixers haben neben James auch Jaylen Brown verpflichtet.
Der außergewöhnlich niedrige Vertrag macht deutlich, dass James den nächsten Karriereschritt nicht nach dem höchstmöglichen Einkommen bewertet.
Finanziell muss der Basketballstar seine Zukunft nicht mehr absichern. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ wurde James als erster noch aktiver NBA-Spieler zum Milliardär. In den sozialen Netzwerken wird sein Gehaltsverzicht dennoch unterschiedlich bewertet: Während manche Beobachter ihm Wettbewerbsverzerrung vorwerfen, würdigen andere die Entscheidung als uneigennütziges Opfer am Ende seiner Laufbahn.
NBA-Gehälter stehen grundsätzlich im Zusammenhang mit komplexen Regeln zur Kaderfinanzierung und Gehaltsobergrenzen. Welche konkreten Spielräume der James-Vertrag den Sixers eröffnet, geht aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht hervor. Klar ist hingegen: Für Philadelphia steigt mit diesem Kader die Erwartung, unmittelbar um die Meisterschaft mitzuspielen.
Die Jagd auf Jordans sechs Titel prägt den Wechsel
Bei James geht es inzwischen vor allem um sein sportliches Vermächtnis. In der Debatte über den größten NBA-Spieler der Geschichte wird er regelmäßig mit Michael Jordan verglichen. Jordan gewann sechs Meisterschaften, James bislang vier. Der neue Sixers-Profi erreichte allerdings bereits zehnmal die NBA-Finals und schrieb zudem Geschichte, als er als erster Spieler gemeinsam mit seinem Sohn Bronny für ein Team auflief.
„Ich will immer noch Opfer bringen. Ich will immer noch arbeiten. Ich will immer noch hart kämpfen“, erklärte James zu seiner Entscheidung. Nach dem deutlichen Ausscheiden in den Playoffs hatte er offenbar auch über ein Karriereende nachgedacht. Stattdessen stehen nun zwei weitere Spielzeiten bevor, nachdem kein anderer NBA-Profi zuvor mehr als 22 Saisons absolviert hatte.
Ein fünfter Titel würde den Abstand zu Jordan verkürzen – ein Scheitern mit dem prominent besetzten Sixers-Kader dürfte die Vergleiche jedoch ebenso weiter anheizen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit verspricht eine geplante filmische Begleitung der nächsten Saison. Das Projekt erinnert an die 2020 veröffentlichte Jordan-Dokumentation „The Last Dance“. Schon deshalb wird James’ Zeit in Philadelphia nicht allein an einzelnen Statistiken, sondern an ihrem Platz in seiner gesamten Karriere gemessen werden.
Philadelphia stellt James ein prominentes Team zur Seite
Die Sixers haben in diesem Sommer auch Jaylen Brown von den Boston Celtics geholt. Mit Aufbauspieler Tyrese Maxey und Center Joel Embiid standen bereits zwei weitere wichtige Akteure im Kader. Kevin Durant verwies auf das Offensivpotenzial: „Sie haben vier 25-Punkte-Scorer. Also, natürlich denke ich, dass sie einer der Titelanwärter sind.“
Die vorherige Saison endete für Philadelphia in der zweiten Playoff-Runde gegen den späteren Meister New York Knicks. Wie weit das neu formierte Team kommt, dürfte auch von Embiids Gesundheit abhängen. Der 2,13 Meter große Center gilt als verletzungsanfällig. Philadelphia gewann zuletzt 1983 den Titel und stand seit 2001 nicht mehr in den NBA-Finals.
Für die Sixers bedeutet der Zugang von LeBron James deshalb mehr als einen prominenten Namen: Der sportliche Maßstab verschiebt sich vom Aufbau eines konkurrenzfähigen Teams auf einen unmittelbaren Titelversuch.
Die lange Entscheidung beeinflusste die Spielplanarbeit der NBA
Vor der Verkündung hatte sich James mehrere Wochen Zeit gelassen. NBA-Commissioner Adam Silver machte im Juli deutlich, dass der Aufenthaltsort des Stars die Planungen der Liga berührt. „Wir müssen den Spielplan fertigstellen – und wo LeBron künftig spielt, beeinflusst unsere Planungen“, sagte Silver mit Blick auf die erste Saisonwoche und die Weihnachtsspiele.
Die Aussage zeigt, welche Rolle James weiterhin für die Vermarktung der NBA spielt: Begegnungen mit besonders großer Aufmerksamkeit werden bei der Terminplanung gezielt platziert. Für die Liga steht nun fest, dass eines ihrer bekanntesten Gesichter mindestens eine weitere Saison und möglicherweise beide Vertragsjahre aktiv bleibt.
Ist der Gehaltsverzicht ein bewundernswertes Opfer für den Titel – oder verschafft er den Sixers einen unfairen Vorteil? Diskutieren Sie mit.




























