Die Waldbrände in Spokane haben im Nordwesten der USA bis zu 65.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Seit dem Wochenende breiteten sich drei große Feuer in und um die Stadt im Bundesstaat Washington aus; Luftaufnahmen zufolge gingen zwischen 700 und 1.110 Gebäude verloren. Am Montag meldeten die Einsatzkräfte Fortschritte bei zwei Bränden. Verletzte oder Tote waren zunächst nicht bekannt. Die Feuer treffen eine Region nahe der kanadischen Grenze, während auch im Süden Europas weiterhin Wald- und Buschbrände bekämpft werden. Für die Wochenmitte wird in Washington erneut zunehmende Hitze erwartet.
- Bis zu 65.000 Menschen mussten in der Region Spokane ihre Häuser verlassen.
- Die drei Feuer erfassten zusammen rund 32,5 Quadratkilometer.
- Behörden gehen nach Luftaufnahmen von 700 bis 1.110 zerstörten oder verlorenen Gebäuden aus.
- Zuletzt lagen keine Meldungen über Tote oder Verletzte vor.
Europas Waldbrandgebiete zeigen die gemeinsame Gefahr
Die Bilder aus Washington treffen auch in Europa auf eine vertraute Lage: Westlich von Athen waren Wald- und Buschbrände zuletzt noch nicht unter Kontrolle. In Teilen Spaniens hatte sich die Situation dagegen entspannt; in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo wurden die meisten Evakuierungsanordnungen und Ausgangsbeschränkungen wieder aufgehoben.
Eine direkte Verbindung zwischen diesen einzelnen Bränden lässt sich daraus nicht ableiten. Die parallelen Einsätze verdeutlichen jedoch, was das Zusammenspiel aus trockener Vegetation, Hitze und Wind praktisch bedeutet: Feuer können sich schnell ausbreiten und binnen kurzer Zeit großflächige Evakuierungen erforderlich machen.
Neue Luftaufnahmen lassen das Schadensausmaß wachsen
Frühere Behördenangaben hatten von mindestens 600 zerstörten Häusern, Betrieben und anderen Gebäuden gesprochen. Nach weiteren Überflügen wurde die Spanne auf 700 bis 1.110 verlorene Strukturen angehoben. Auf Aufnahmen aus betroffenen Wohngebieten waren Grundstücke zu sehen, auf denen nur Schornsteine und Fundamente stehen geblieben waren, während nahe gelegene Häuser kaum beschädigt wirkten.
Gouverneur Bob Ferguson bezeichnete die Brände als wahrscheinlich schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Spokanes.
Spokane ist mit knapp 231.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates Washington. Bürgermeisterin Lisa Brown erklärte, die Behörden würden die Stadt Block für Block auf Schäden und mögliche neue Brandherde prüfen. Wann Bewohner zurückkehren können, blieb offen. Je nach Lage eines Grundstücks könne es Wochen dauern.
Die Behörden versuchten zudem, 14 Menschen zu erreichen, zu denen telefonisch kein Kontakt hergestellt werden konnte. Sheriff John Nowels betonte, dass diese Personen nicht als vermisst gelten. Angesichts der Dimension des Einsatzes warnten Verantwortliche dennoch davor, die bisherige Bilanz ohne Verletzte oder Tote als endgültig anzusehen.
Kühleres Wetter verschafft den Einsatzkräften nur eine Pause
Kühlere Temperaturen, höhere Luftfeuchtigkeit und dichter Rauch halfen den Feuerwehrleuten am Montag, bei zwei der drei Feuer deutliche Fortschritte zu erzielen. Ein Brandherd war nach Angaben der Feuerwehr weiterhin außer Kontrolle. Zugleich warnten die Behörden wegen des Rauchs vor einer „sehr ungesunden“ Luftqualität.
Die kurze Wetterberuhigung dürfte nicht anhalten: Zur Wochenmitte sollen die Temperaturen wieder auf Werte um 35 Grad Celsius steigen.
Der konkrete Auslöser der drei Waldbrände in Spokane ist bislang nicht geklärt. Davon zu unterscheiden sind die Bedingungen, unter denen sich Feuer ausbreiten: Ferguson verwies beim Ausrufen des Waldbrand-Notstands auf vier aufeinanderfolgende Dürrejahre, ungewöhnlich hohe Temperaturen und starken Wind. Vom Menschen verursachter Klimawandel begünstigt grundsätzlich häufigere und intensivere Waldbrände, weil zusätzliche Hitze und längere Trockenphasen organisches Material stärker austrocknen können.
Mindestens 15 größere Feuer brennen in Washington
Die Krise beschränkt sich nicht auf Spokane. Im gesamten Bundesstaat waren nach Behördenangaben mindestens 15 größere Waldbrände aktiv, die zusammen mehr als 1.000 Quadratkilometer erfasst hatten. Ferguson mobilisierte gut 100 Angehörige der Nationalgarde und rief wegen der Waldbrandlage den Notstand aus.
Eine solche Notstandserklärung schafft vor allem den administrativen Rahmen, um staatliche Kräfte und Ressourcen koordiniert einzusetzen. Sie sagt dagegen nichts darüber aus, wie schnell einzelne Feuer unter Kontrolle gebracht werden können. Für die Evakuierten in Spokane bedeutet das: Selbst dort, wo die Flammen zurückgedrängt werden, hängt die Rückkehr von der Prüfung der betroffenen Gebiete ab.




























