US-Präsident Donald Trump hat Sorgen über die Bedingungen auf der USS Abraham Lincoln zurückgewiesen, die seit Monaten ohne Hafenaufenthalt im Einsatz ist. Auf die Frage, ob die Mission des Flugzeugträgers bereits zu lange dauere, antwortete Trump am Freitag: »Nein, nein, nein. Bei Weitem noch nicht lange genug.« Auch Bedenken von Angehörigen der Besatzung spielte er herunter. Zugleich bestätigte der Präsident, dass das Schiff in Kürze verlegt und durch einen ähnlichen Flugzeugträger ersetzt werden soll. Zuvor hatten Berichte über Versorgungsengpässe und psychische Belastungen mehrere US-Politiker alarmiert.
- Die USS Abraham Lincoln ist seit mehr als 250 Tagen ohne Hafenstopp auf See.
- An Bord befinden sich mehr als 5000 Seeleute und Marinesoldaten.
- Trump kündigte einen baldigen Austausch des Flugzeugträgers an, nannte das Ersatzschiff aber nicht.
Aus dem geplanten Einsatz wurde eine monatelange Mission
Die USS Abraham Lincoln verließ ihren Stützpunkt im kalifornischen San Diego im November. Im Januar war sie an der US-Militäroperation gegen Venezuela beteiligt, später wurde sie im Krieg der USA und Israels gegen Iran eingesetzt. Das ursprünglich erwartete Ende ihrer Mission im Mai wurde verschoben.
Mit mehr als 250 Tagen auf See ohne Hafenstopp stellte der Flugzeugträger nach den vorliegenden Berichten einen Rekord der US-Marine auf.
Ein Flugzeugträger dient als schwimmender Militärstützpunkt, von dem aus Kampfflugzeuge starten und landen können. Die lange Einsatzdauer betrifft deshalb nicht nur die Schiffsbesatzung: An Bord leben und arbeiten auch Angehörige der Marineinfanterie sowie Personal für Flugbetrieb, Wartung, Versorgung und medizinische Betreuung.
Im Laufe der Woche häuften sich Berichte über Engpässe bei der Versorgung, Probleme mit sanitären Einrichtungen und Belastungen der psychischen Gesundheit. Dazu gehörten auch Schilderungen über Personen, die versucht haben sollen, vom Schiff zu springen. Der demokratische Senator Richard Blumenthal verlangte daraufhin von Verteidigungsminister Pete Hegseth Auskunft darüber, mit welchen Messgrößen die Marine den psychischen Zustand der Besatzung bewertet und welches militärische Ziel die fortgesetzte Stationierung verfolgt.
Auch Senator Ruben Gallego forderte eine Untersuchung. Nach seinem Vorschlag soll eine parteiübergreifende Delegation das Schiff besuchen und sich selbst ein Bild von den Bedingungen an Bord machen.
Trump und das US-Militär weisen die Vorwürfe zurück
Trump bestritt am Freitag, dass die Familien der Einsatzkräfte besorgt seien. Seine Regierung hat Berichte über eine Verschlechterung der Lage an Bord wiederholt zurückgewiesen.
Ein US-Vertreter erklärte, die Marine habe keinen Anstieg suizidaler Gedanken oder entsprechender Versuche auf dem Schiff festgestellt. Demnach stehen der Besatzung fünf Militärseelsorger, ein Psychologe, ein Sozialarbeiter, drei Fachkräfte für Verhaltensgesundheit und ein Präventionsberater zur Verfügung. Außerdem befindet sich ein emotionaler Assistenzhund an Bord.
Das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom sprach von fehlerhafter Berichterstattung. Das Militär verwies zudem auf die hohe Quote der Besatzungsmitglieder, die sich erneut zum Dienst verpflichteten.
Ein anderer Flugzeugträger soll den Einsatz übernehmen
Trump sagte, die USS Abraham Lincoln werde derzeit oder sehr bald verlegt und durch ein »sehr ähnliches Schiff« ersetzt. Medienberichten zufolge könnte es sich um die USS George Washington handeln. Der Präsident selbst nannte diesen Namen jedoch nicht. CNN berichtete unter Berufung auf Insider, der Austausch sei bereits vor den öffentlichen Beschwerden geplant gewesen.
Ein Austausch würde damit nicht das Ende der US-Flugzeugträgerpräsenz bedeuten, sondern voraussichtlich die Besatzung ablösen, während die militärische Aufgabe von einem anderen Schiff übernommen wird.
Die weitere Planung steht im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran, der am 28. Februar begann. Eine im Juni zwischen den USA und Iran vereinbarte sofortige Kampfpause scheiterte im vergangenen Monat an einem Streit über die Straße von Hormus. Danach nahmen die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen wieder auf, während Iran den Verkehr durch die Meerenge erneut einschränkte.
Die Wasserstraße ist für den Transport von Öl, Erdgas, Düngemitteln und anderen Gütern wichtig. Iran bemüht sich inzwischen um eine Vereinbarung mit Oman über Verkehrswege in der Meerenge; ein diplomatischer Durchbruch zur Beendigung des Krieges ist bislang nicht erkennbar.




























