Genesis stellt bei seinem ersten Hybridmodell vor allem die Kühlung der Batterie und den leisen Elektroantrieb heraus. Der in Südkorea präsentierte Genesis GV80 Hybrid kombiniert einen 2,5-Liter-Turbobenziner mit zwei Elektromotoren und erreicht 259 kW beziehungsweise 352 PS. Nach Angaben des Herstellers soll eine wassergekühlte Hybridbatterie eine stärkere Nutzung des Speichers ermöglichen. Der Marktstart ist für den Monat nach der Präsentation vorgesehen. Gegenüber dem bisherigen 2,5-Liter-Turbomodell verspricht der neue Antrieb nicht nur zusätzliche Leistung, sondern auch eine um mehr als 25 Prozent höhere Kraftstoffeffizienz.
- Der Genesis GV80 Hybrid leistet zusammen 259 kW beziehungsweise 352 PS und entwickelt 530 Nm.
- Ein neues Siebenganggetriebe überträgt die Leistung auf die Hinterräder.
- Bis etwa 30 km/h kann der GV80 nach dem Start elektrisch fahren.
- Die Kraftstoffeffizienz soll gegenüber dem 2,5-Liter-Turbomodell um mehr als 25 Prozent steigen.
Genesis setzt auf eine wassergekühlte Batterie
Die zentrale technische Aussage des Herstellers betrifft das Temperaturmanagement. Mit der Wasserkühlung lasse sich die Batterietemperatur „effizienter kontrollieren“, erklärte Genesis. Dies führe im Vergleich zu luftgekühlten Systemen zu einer höheren maximalen Entladeleistung und erlaube es, die Batterie aktiver einzusetzen.
Der Hybridantrieb besteht aus dem aufgeladenen Vierzylinder, einem Startermotor sowie einem Antriebsmotor. Letzterer übernimmt neben dem Vortrieb auch die Rekuperation. Dabei wird beim Verzögern Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt und in die Batterie zurückgespeist – ein grundlegendes Prinzip von Hybridfahrzeugen, das insbesondere bei häufigem Bremsen genutzt werden kann.
Mit 530 Nm Drehmoment und 352 PS übertrifft der Hybrid den bisherigen 2,5-Liter-Turbo, der auf 304 PS und 421 Nm kommt.
Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h nennt Genesis 7,1 Sekunden. Die Kombination aus höherer Systemleistung und der angekündigten Effizienzsteigerung bedeutet, dass der Hybrid nicht lediglich als sparsamere Alternative positioniert wird: Er soll zugleich die kräftigere Variante des Vierzylinder-Angebots sein.
Der Elektromodus übernimmt vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten
Beim Anfahren startet der GV80 Hybrid im elektrischen Fahrmodus. Dieser bleibt bis ungefähr 30 km/h aktiv. Auch in Stop-and-go-Situationen und bei mehreren aufeinanderfolgenden roten Ampeln ist die Steuerung darauf ausgelegt, den Elektrobetrieb bevorzugt zu nutzen.
Für Fahrer bedeutet das in der Praxis, dass der Verbrennungsmotor gerade in langsamem Stadtverkehr häufiger abgeschaltet bleiben könnte. Ob und wie stark sich dieser Ansatz auf den tatsächlichen Verbrauch auswirkt, hängt allerdings grundsätzlich vom Fahrprofil ab; einen konkreten Verbrauchswert nennt Genesis in den vorliegenden Angaben nicht.
Zusätzlich erhält der Hybrid eine niedrigere Endübersetzung als der GV80 2.5 Turbo. Damit soll das Fahrzeug leiser arbeiten. Nach Angaben des Unternehmens reduziert eine technische Lösung an der Dämpferriemenscheibe der Kurbelwelle zugleich Torsions- und Biegeschwingungen und damit die Übertragung von Motorgeräuschen.
Die Rekuperation berücksichtigt Navigation und Verkehr
Beim Rückwärtsfahren nutzt der GV80 Hybrid ebenfalls einen Elektromotor. Hinzu kommt eine intelligente Rekuperationssteuerung: Das Fahrzeug ermittelt laut Genesis die passende Verzögerungsstärke unter anderem anhand von Navigationsinformationen, Hinweisen auf Geschwindigkeitskameras und dem Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen.
Damit entscheidet nicht allein der Druck aufs Bremspedal über die Energierückgewinnung; auch Strecken- und Verkehrsdaten fließen in die Regelung ein.
Optisch kennzeichnen ein überarbeiteter Kühlergrill und neue Räder die Hybridversion. Für den Innenraum kündigt Genesis vier neue zweifarbige Ausstattungen mit den Grundfarben Obsidian Black, Taiga Green, Ultramarine Blue und Travertine Beige an. Außerdem kommen zwei neue Varianten aus Echtholz hinzu.
Wäre für Sie beim GV80 die zusätzliche Leistung oder die angekündigte Effizienzsteigerung das stärkere Argument für den Hybrid?




























