Eine über Nacht geplante Corolla-Testfahrt von Vancouver nach Kelowna ist für einen 30-Jährigen mit einem Bußgeld und einem Abschleppwagen geendet. Die Verkehrspolizei von British Columbia maß den grauen Toyota am 17. Juli gegen 18.15 Uhr auf dem Highway 97C nahe Elkhart, östlich von Merritt, mit 172 km/h. Erlaubt waren dort 110 km/h. Bei der Kontrolle erklärte der Fahrer nach Polizeiangaben, dass er den Wagen gemeinsam mit seiner Freundin auf einer Probefahrt zwischen den beiden Städten teste.
- Die Polizei registrierte 172 km/h bei erlaubten 110 km/h.
- Die geplante Hin- und Rückfahrt umfasste rund 770 Kilometer.
- Der Fahrer erhielt ein Bußgeld über 483 kanadische Dollar und muss die Abschleppkosten tragen.
- Der Toyota wurde verpflichtend für sieben Tage sichergestellt.
Mehr als 60 km/h über dem Tempolimit
Die Fahrt zwischen Vancouver und Kelowna sollte einschließlich Rückweg rund 770 Kilometer umfassen. Damit hätte der Interessent deutlich mehr Zeit mit dem Corolla verbracht als bei einer üblichen kurzen Runde in der Umgebung eines Autohauses.
Die ausgedehnte Strecke änderte jedoch nichts an den geltenden Verkehrsregeln. Weil der Toyota das Tempolimit um mehr als 60 km/h überschritt, stellte die Polizei ein Bußgeld über 483 kanadische Dollar aus, umgerechnet rund 300 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Abtransport des Autos.
„Das Fahrzeug hat erfolgreich gezeigt, dass es zu schnell fahren kann und auf die Ladefläche eines Abschleppwagens passt“, erklärte Sergeant Michael McLaughlin von der Verkehrspolizei.
Fahrer und eingetragener Halter tragen unterschiedliche Folgen
Während der 30-Jährige für das Bußgeld und den Abschleppdienst aufkommen muss, trifft die siebentägige Sicherstellung nach Angaben der Behörden den eingetragenen Halter des Toyota. Ob es sich dabei um ein Autohaus oder eine andere Person beziehungsweise Organisation handelte, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Die Polizei beziffert die voraussichtliche finanzielle Gesamtbelastung auf knapp 2.500 kanadische Dollar, grob 1.550 Euro. Darin berücksichtigt seien auch höhere Versicherungsprämien für Hochrisikofahrer, die infolge der Geschwindigkeitsverurteilung mindestens drei Jahre lang anfallen sollen.
Damit bedeutet die missglückte Corolla-Testfahrt nicht nur eine sofortige Rechnung, sondern nach Einschätzung der Behörden auch längerfristige Versicherungskosten.
Lange Probefahrten verteilen das Risiko auf mehrere Beteiligte
Probefahrten über einen Tag oder über Nacht geben Kaufinteressenten grundsätzlich mehr Gelegenheit, ein Auto auf längeren Strecken kennenzulernen. Zugleich bleibt das Fahrzeug währenddessen im Eigentum beziehungsweise in der Registrierung eines anderen Halters. Der kanadische Fall macht deshalb sichtbar, dass Regelverstöße verschiedene Beteiligte unterschiedlich treffen können.
Für Autokäufer und Händler im deutschsprachigen Raum lässt sich die konkrete Rechtsfolge nicht direkt übertragen, weil Verkehrs-, Versicherungs- und Haftungsregeln je nach Land unterschiedlich sind. Praktisch zeigt der Vorfall aber, warum vor längeren Probefahrten geklärt werden sollte, wer bei Bußgeldern, Abschleppkosten oder einer behördlichen Sicherstellung verantwortlich ist.
Ob der Interessent den Corolla nach der Sicherstellung noch kaufen wollte, ist unbekannt. Die Verkehrspolizei von British Columbia hat nach eigenen Angaben keine Informationen dazu, ob das Auto später einen neuen Besitzer fand.
Sollten Autohäuser lange Probefahrten stärker begrenzen – oder reichen klare Regeln zu Kosten und Verantwortung aus?




























