Ein mit geraspeltem Eisbergsalat in Verbindung gebrachter Cyclospora-Ausbruch hat sich in den USA auf neun Bundesstaaten ausgeweitet. Die Gesundheitsbehörde CDC nahm am Freitag Illinois, Kansas, Oklahoma und Pennsylvania in ihre Erfassung auf; zuvor galten bereits Michigan, Ohio, Indiana, Kentucky und West Virginia als betroffen. Bislang zählt die Behörde 1.947 Infizierte, die vor ihrer Erkrankung bei Taco Bell gegessen hatten. Als wahrscheinliche Quelle sehen US-Behörden Eisbergsalat des Lieferanten Taylor Farms aus Mexiko. Todesfälle im Zusammenhang mit dem Parasiten wurden in diesem Jahr nicht registriert, Krankenhausbehandlungen können jedoch nötig werden.
- Der mit Eisbergsalat verbundene Cyclospora-Ausbruch umfasst inzwischen neun US-Bundesstaaten.
- Die CDC erfasste 1.947 Infizierte, die zuvor bei Taco Bell gegessen hatten.
- Taylor Farms rief Eisbergsalat aus seinem Werk im mexikanischen Guanajuato freiwillig zurück.
- Die FDA untersucht daneben einen weiteren Cyclospora-Ausbruch mit bislang unbekannter Lebensmittelquelle.
Erste Erkrankungen führten die Ermittler zum Salatlieferanten
Die frühesten bekannten Fälle mit entsprechenden Symptomen traten Mitte Mai auf. Für den konkret mit Eisbergsalat und Taco Bell verbundenen Ausbruch nennt die CDC Erkrankungsbeginne zwischen dem 22. Juni und dem 20. Juli. Wegen der langen Inkubationszeit dürfte die betreffende Ernte bereits Wochen zuvor verteilt worden sein.
Cyclospora ist ein mikroskopisch kleiner Parasit, der Menschen üblicherweise über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser infiziert. Die daraus entstehende Darmerkrankung Cyclosporiasis kann unter anderem schweren Durchfall verursachen. Der zeitliche Abstand zwischen Verzehr und Symptomen erschwert grundsätzlich die Rückverfolgung, weil sich Betroffene an einzelne Mahlzeiten oder Zutaten erinnern müssen.
In der vergangenen Woche erklärte die US-Lebensmittelbehörde FDA, Taylor Farms habe den geraspelten Eisbergsalat an jene Taco-Bell-Restaurants geliefert, in denen Betroffene vor ihrer Erkrankung gegessen hatten. Taylor Farms rief daraufhin freiwillig sämtlichen Eisbergsalat aus seinem Betrieb in Guanajuato zurück. Taco Bell entfernte die betroffene Ware aus seinen Restaurants.
Ein Rückruf kann weitere Verkäufe der betroffenen Ware verhindern, beantwortet aber noch nicht abschließend, wann und wo eine mögliche Verunreinigung entstanden ist.
Widersprüchliche Befunde sorgten vor der Ausweitung für Streit
Am Sonntag meldete die FDA zunächst einen positiven Befund bei Salatproben von Taylor Farms, der sich später als falsch herausstellte. Das Unternehmen erklärte anschließend, die Behörde habe sich dafür entschuldigt. Die FDA widersprach dieser Darstellung; Taylor Farms löschte die Mitteilung auf der Plattform X, ließ sie aber auf seiner Website stehen.
Mexikanische Gesundheitsbehörden teilten am Donnerstag mit, Proben von Salat und Wasser aus dem Werk in Zentralmexiko seien negativ auf Cyclospora getestet worden. Nach Darstellung der US-Behörden widerlegt dieser Befund jedoch nicht ihre Einschätzung, dass Taylor Farms de Mexico die wahrscheinliche Quelle des Ausbruchs ist.
Am Freitag weitete die CDC ihre Aufstellung dann auf neun Bundesstaaten aus. Die Bundeszahlen können hinter den Erhebungen einzelner Staaten zurückliegen, weshalb manche lokalen Behörden bereits höhere Fallzahlen nennen.
Mit Tausenden registrierten Erkrankungen im ganzen Land liegt die Fallzahl in diesem Jahr deutlich über den üblicherweise gemeldeten 200 bis 1.000 Cyclospora-Fällen pro Jahr.
Die FDA verfolgt parallel eine zweite unbekannte Quelle
Die Suche nach dem Ursprung der Infektionen geht weiter. Zusätzlich untersucht die FDA einen separaten Cyclospora-Ausbruch, der bislang nur mit einem nicht identifizierten Lebensmittel oder mehreren Produkten in Verbindung gebracht wird. Einige Fachleute kritisieren, dass Personalkürzungen die Eindämmung erschwert hätten. Auch die Rückrufmitteilung von Taylor Farms stieß auf Kritik, weil Abkürzungen Verbrauchern die Einordnung betroffener Produkte erschwert hätten.
Taylor Farms beliefert neben Taco Bell grundsätzlich auch Handelsketten wie Walmart, Target und Whole Foods. Daraus folgt jedoch nicht, dass dort verkaufte Produkte Teil dieses Ausbruchs waren. Für Leser in Deutschland bedeutet die Meldung ebenfalls nicht, dass Lieferungen nach Europa betroffen sind: Die veröffentlichten Daten beziehen sich auf Restaurantbesuche und Erkrankungen in den genannten US-Bundesstaaten.

























