Ein Erdbeben der vorläufigen Stärke 7,1 hat am späten Dienstagnachmittag die Präfektur Kumamoto auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu erschüttert. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde galt anschließend ein Tsunami-Hinweis für die nahe Ariake-Bucht an der Westküste Kumamotos, rund 900 Kilometer südwestlich von Tokio. Erwartet wurde dort eine mögliche Wellenhöhe von bis zu einem Meter. Gebäude gerieten ins Schwanken, Menschen brachten sich in Sicherheit. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi forderte die Bevölkerung auf, die Küste zu meiden und wegen möglicher starker Nachbeben vorsichtig zu bleiben.
- Das Erdbeben in Kumamoto erreichte nach vorläufigen Angaben eine Stärke von 7,1.
- Für die Ariake-Bucht wurde wegen möglicher Wellen von bis zu einem Meter ein Tsunami-Hinweis ausgegeben.
- Bei drei nahe gelegenen Kernkraftwerken wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.
Die Regierung prüft mögliche Schäden
Die japanische Regierung richtete nach Angaben Takaichis einen Einsatzstab ein. Dieser soll Informationen zusammentragen, mögliche Schäden bewerten und bei Bedarf Rettungsmaßnahmen vorbereiten. In einer Mitteilung auf der Plattform X erklärte die Ministerpräsidentin, der Schutz von Menschenleben habe oberste Priorität.
Die Behörden warnten nicht nur vor einer möglichen Flutwelle, sondern auch vor starken Nachbeben in den besonders heftig erschütterten Gebieten.
Ein Tsunami-Hinweis ist für Küstenbewohner unmittelbar relevant, weil auch eine vorhergesagte Welle von bis zu einem Meter gefährliche Strömungen und plötzlich veränderte Wasserstände bedeuten kann. Für Menschen in der betroffenen Region heißt das vor allem, Abstand zur Küste zu halten und weitere Mitteilungen der Behörden zu verfolgen.
Nahe Kernkraftwerke zeigen keine Auffälligkeiten
Ein besonderer Schwerpunkt der ersten Kontrollen lag auf der nuklearen Infrastruktur in der Umgebung. Japans Atomaufsicht teilte mit, dass an drei nahe gelegenen Kernkraftwerken keine Auffälligkeiten entdeckt worden seien.
Diese erste Prüfung ist wichtig, stellt aber keine allgemeine Aussage über mögliche Schäden in anderen Bereichen der betroffenen Region dar.
Wie schwer ein Erdbeben eine Region trifft, lässt sich nicht allein aus seiner Magnitude ableiten. Entscheidend sind unter anderem die örtlichen Bedingungen sowie die Ergebnisse der laufenden Kontrollen. Deshalb sammelt der eingerichtete Einsatzstab zunächst Informationen, bevor über mögliche weitere Maßnahmen entschieden werden kann.
Kumamoto erinnert sich an das tödliche Beben von 2016
Die Präfektur hat bereits schwere Erdbebenfolgen erlebt. Bei einem Beben im Jahr 2016 kamen mehr als 50 Menschen ums Leben, 1.800 wurden verletzt. Zehntausende Häuser wurden damals beschädigt oder zerstört.
Dieser Hintergrund erklärt, weshalb Warnungen vor Nachbeben und eine rasche Schadensprüfung in Kumamoto besonderes Gewicht haben. Aus dem früheren Ereignis lassen sich jedoch keine direkten Rückschlüsse auf das Ausmaß des aktuellen Bebens ziehen. Im Mittelpunkt stehen nun die Beobachtung der Küste, mögliche Nachbeben und die laufende Bewertung durch die zuständigen Stellen.

























