Phil Collins hat erstmals ausführlich geschildert, wie nahe er im April 2024 nach eigenen Angaben dem Tod war. Der frühere Genesis-Musiker lag bewusstlos in einem Schweizer Krankenhaus, seine Nieren und weitere Organe versagten. Während Ärzte und Angehörige über die Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen berieten, rief sein langjähriger Manager Collins‘ fünf Kinder ans Krankenbett. In einem Interview mit dem Sunday Times Magazine führte der Sänger und Schlagzeuger den Zusammenbruch auf seinen damaligen Alkoholmissbrauch zurück. Collins überlebte und sagte, seitdem keinen Alkohol mehr getrunken zu haben.
- Phil Collins lag im April 2024 bewusstlos in einer Schweizer Klinik.
- Seine fünf Kinder wurden ans Krankenbett gerufen, um sich möglicherweise zu verabschieden.
- Insgesamt verbrachte der Musiker nach eigenen Angaben sieben Monate im Krankenhaus.
- Collins sagt, seit der lebensbedrohlichen Krise keinen Alkohol mehr zu trinken.
Die Familie wurde auf das Schlimmste vorbereitet
Collins zufolge standen damals Entscheidungen darüber an, ob er weiter an lebenserhaltenden Geräten bleiben sollte. „Meine Nieren machten schlapp, meine Organe versagten nach und nach. Die Leute kamen, um sich zu verabschieden“, sagte er dem Magazin.
Er selbst habe davon nichts mitbekommen und könne sich nicht daran erinnern, dass seine Familie bei ihm war. Seine Töchter Joely und Lily sowie seine Söhne Simon, Nicholas und Matthew waren ans Krankenbett gekommen.
„Sie hatten alle Angst, mich nicht wiederzusehen. Es hätte furchtbar schiefgehen können“, sagte Collins über die damalige Situation.
Der Klinikaufenthalt hatte laut dem Bericht bereits im November 2023 begonnen. Drei Tage vor Weihnachten durfte Collins zunächst nach Hause, wenige Wochen später kam er jedoch wieder auf die Intensivstation. Über diesen Zeitraum hinweg verbrachte er insgesamt sieben Monate im Krankenhaus.
Die neue Schilderung zeigt damit, wie ernst die Krise hinter seinen früheren, allgemeineren Angaben über eine monatelange Behandlung tatsächlich war. Sie erklärt zugleich, weshalb seine Familie davon ausging, dass eine letzte Begegnung bevorstehen könnte.
Collins erkannte seinen Alkoholkonsum lange nicht als Problem
Der Musiker beschrieb im Interview, dass er bereits nach dem Aufwachen Wein getrunken habe. Weil er nicht bis spät in die Nacht weitergetrunken habe, sei ihm lange nicht bewusst gewesen, dass ein Problem vorlag.
Über Alkohol hatte Collins schon 2016 in seiner Autobiografie Not Dead Yet geschrieben. Darin brachte er das Trinken mit seinem schwierigen Privatleben und einer Rückenverletzung in Verbindung. Die nun bekannt gewordenen Einzelheiten ordnen diese früheren Aussagen in eine spätere, akut lebensbedrohliche Entwicklung ein.
„Ich hatte großes Glück, da wieder herausgekommen zu sein“, sagte Collins. Seit dem Krankenhausaufenthalt habe er keinen Alkohol mehr angerührt.
Nach seiner Genesung kamen die Familienmitglieder für mehrere Tage in einem Londoner Hotel zusammen. Collins erinnerte sich besonders an ein Gespräch mit seiner Tochter Lily, die als Hauptdarstellerin der Serie Emily in Paris bekannt ist. Sie habe geweint und gesagt, sie hätte nicht erwartet, noch einmal solche gemeinsamen Momente zu erleben.
Gesundheitliche Einschränkungen bestehen weiterhin
Collins hat außerdem Typ-2-Diabetes und Nervenschäden in den Händen. Nach mehreren Eingriffen an Wirbelsäule und Knien ist er auf Gehstützen angewiesen; am Knie wurde er nach eigenen Angaben fünfmal operiert. Er berichtete zudem von einer Pflegekraft, die rund um die Uhr bei ihm lebt und auf die korrekte Einnahme seiner Medikamente achtet.
Die Beschwerden hatten bereits seine Arbeit als Schlagzeuger beeinträchtigt: Collins sagte früher, er könne Drumsticks nicht mehr ohne Schmerzen richtig halten und habe sie bei späteren Auftritten teilweise an seinen Händen befestigt.
In einem neueren BBC-Interview erklärte er zugleich, inzwischen gesünder zu sein als seit längerer Zeit. Er denke darüber nach, wieder in sein Heimstudio zu gehen und möglicherweise aufzunehmen oder aufzutreten. Eine konkrete Rückkehr auf die Bühne kündigte er damit jedoch nicht an.




























